… oder: wie du jede Gelegenheit als Chance zum Wachsen nutzt 

Was soll denn das jetzt – letzte Woche schreibe ich, dass du nichts persönlich nehmen sollst, und nun gerade das Gegenteil?

Ja, warum auch nicht? ;-)

Die anderen sind schuld, oder?
Wie oft in deinem Leben ziehst du es vor, die Verantwortung abzugeben und gibst lieber anderen (Situationen, Ereignissen, Menschen, …) die Schuld an deinem Ungemach?

Wie oft magst du gar nicht so gerne einmal genauer – bei dir – nachschauen, was denn die wahren Ursachen deiner Schwierigkeiten sind?

Nicht so oft, oder? Macht ja auch nichts, willkommen im Club – denn irgendwie ist das eine ganz natürliche menschliche Tendenz, um sich selbst zu schützen.

Das Dumme daran ist nur: da, wo du dich schützt und zumachst, trennst du dich auch vom Leben (und somit auch von dir selbst!) ab. Und das fühlt sich überhaupt nicht gut an.

Ist das der Preis für mehr Lebendigkeit?

Im vergangenen Coaching-Tipp hatte ich den Vorschlag gemacht, alle Situationen als leeres Boot zu betrachten. Daraufhin bekam ich u.a. die Rückmeldung einer Leserin, dass die Boote ja manchmal gar nicht leer seien, sondern jemand an Bord sei, der sich nur gut getarnt habe.

Ich habe ihr daraufhin geantwortet, dass diese getarnten Bootsführer oft unsere besten Lehrer seien. Wenn wir bereit sind, sie als solche zu erkennen. Oftmals ziehen wir es aber vor, diese Chance zu ignorieren. Denn das scheint einfacher zu sein.

Wie bequem – wo niemand ist, kann dich auch niemand angreifen
Einem leeren Boot zu begegnen ist die eine Sache; das macht es – mit etwas Übung – nicht weiter schwer, gelassen zu bleiben.

Anders sieht es schon aus, wenn tatsächlich jemand drin sitzt, den wir nun zur Zielscheibe unserer Angriffe machen können. Und nun?

Mein Vorschlag: nimm es immer persönlich und sei dem anderen dankbar, dass er da angeschippert kommt und nicht bereit ist, seinen Kurs zu ändern.

Ein riesengroßes Klassenzimmer
Denn wie wolltest du in deinem Leben so etwas wie Liebe, Mitgefühl, Weisheit, Klarheit, Großzügigkeit und – am allerwichtigsten – Geduld üben, wenn es da nicht die vielen unerträglichen (und manchmal gut getarnten) Nervensägen in deinem Leben gäbe?

Wie wolltest du lernen und wachsen, wenn das Leben dir nicht immer wieder die passenden Menschen und Gelegenheiten zum Lernen und Wachsen liefern würde?

Daher nimm alles persönlich und übernimm die Verantwortung dafür, wie du dem Leben begegnest.

Genieße die Schönheit jeden einzelnen Augenblicks – und sag danke :-)

Praktische Coaching-Tipps für den Alltag:

    • Achte in deinem Alltag darauf, in welchen Situationen u./o. gegenüber welchen Menschen du reagierst – bemerke, was es ist, das dich zu einer Reaktion veranlasst.
    • Wenn du dies eine Zeitlang praktizierst, kannst du möglicherweise erkennen, wie sich ein ganz bestimmtes Muster herauskristallisiert.
    • Werde wach für die Selbstgespräche, die du in bestimmten Situationen führst – achte darauf, ob und wie du etwas kritisierst, be- oder verurteilst. Und fühle, wie sich das bei dir anfühlt.
    • Triff‘ eine Entscheidung, ob du das so beibehalten oder lieber ändern möchtest.
    • Wenn du bemerkst, dass sich hinter all deinen Vorwürfen und all der Kritik noch etwas anderes verbirgt, dann entwickle die Bereitschaft, dich dem zu öffnen und es einfach zu fühlen.
    • Entwickle die Bereitschaft, die volle Verantwortung für das, was du erlebst, zu übernehmen.
    • Versuche gegenüber den größten Quälgeistern in deinem Leben Mitgefühl und Dankbarkeit zu entwickeln.
    • Denke in einer ruhigen Minute darüber nach, welchen Zuwachs an Lebensqualität und Lebensfreude du hättest, wenn du dem Leben keinen Widerstand mehr leisten würdest.

 

Hinweis in eigener Sache:

Der leichte Tanz mit den Höhen und Tiefen des Lebens

 

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